St. Walburg, Fraktion der Gemeinde Ulten

St. Walburg ist eine Fraktion der Gemeinde Ulten im gleichnamigen Ultental in Südtirol. Damit befindet sich der Ort mit seinen etwa 2.200 Einwohnern innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt. St. Walburg ist zugleich der Hauptort der Gemeinde Ulten, die insgesamt vier Fraktionen und knapp 3.000 Einwohner hat.

Das Ultental befindet sich südwestlich der bekannten Kurstadt Meran. Um in das Ultental zu kommen, fährt man von Meran oder Lana in südwestlicher Richtung und gelangt zunächst nach St. Pankraz. Von hier führt die Straße nach St. Walburg – Ulten. In südwestlicher Richtung von St. Walburg befinden sich die drei weiteren Fraktionen der Gemeinde Ulten, nämlich Kuppelwies, St. Nikolaus und St. Gertraud.

Auf Italienisch wird St. Walburg „Santa Valburga“ bezeichnet. Der Ort liegt auf einer Höhe von 1.190 Metern über dem Meeresspiegel.

Insgesamt kann St. Walburg als Steusiedlung bezeichnet werden, die idyllisch im Ultental liegt. Der Ort wird einerseits von den umliegenden Ultner Bergen begrenzt, wird aber andererseits auch von grünen Wiesen und Wäldern umgeben.

Geschichte von St. Walburg

Die Besiedlung des Ultentals hat bereits im ersten Jahrtauend vor Christus begonnen, womit auch St. Walburga als Hauptort der Gemeinde Ulten schon vor sehr langer Zeit besiedelt wurde. Im Zuge der Völkerwanderung kam es dann im erstem Jahrtausend nach Christus zu einer umfangreicheren Besiedlung des Gebietes, weshalb schon im Jahr 1082 – als das Kloster Weingarten die Gemeinde übernahm – von einer vollen Besiedlung gesprochen wurden.

Die Gemeinde verzeichnet allerdings bis heute eher einen Zuwachs an Einwohnern und eine Ausdehnung des Gemeindegebietes, das sich immer weiter taleinwärts ausdehnt. Dies ist auch der Grund, weshalb sich die Kirche nicht im Dorfzentrum, sondern etwas oberhalb befindet.

Die Einwohner von St. Walburg leben hauptsächlich von den Einkünften aus dem Handwerk und der Berglandwirtschaft. Aber auch der Fremdenverkehr – die Gemeinde Ulten und damit auch St. Walburga gehört zur Ferienregion Meraner Land – ist heute für die Einwohner eine wichtige Einnahmequelle. Vor allem ist die Bäckerei Ultner Brot bekannt, welche in St. Walburg ansässig ist und bereits im Jahr 1919 gegründet wurde.

Pfarrkirche St. Walburga

Etwas oberhalb von St. Walburg befindet sich die Pfarrkirche, welche der Heiligen Walburga geweiht wurde. Bei der Heiligen Walburga handelt es sich um die Schwester des Heiligen Willibald von Eichstätt.

Zu einer ersten urkundlichen Erwähnung der Kirche kam es im Jahr 1278; hierbei handelt es sich um eine Urkunde von Papst Nikolaus III. Eine weitere urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1318.

Der heutige Kirchenbau stammt zum Teil aus dem 14. Jahrhundert. Aus dieser Zeit sind heute noch der östliche Teil der Langhausmauern und der Kirchturm vorhanden. In der Folgezeit kam es mehrfach zu einer Erweiterung und zu einem Umbau der Kirche. So wurde der gotische Chor mit Netzrippengewölbe gegen Ende des 15. Jahrhunderts angebaut. In den Jahren 1843/1844 wurde das Langhaus verlängert, wobei hierzu zwei Joche des alten Westportals verwendet wurden.

Im Jahr 1977 hatte ein Erdbeben Schäden am Gotteshaus hinterlassen, weshalb dieses in der Folgezeit mit Granit-Stützsäulen gesichert wurde.

An der Außenwand der Kirche ist ein Fresko von Rudolf Stolz zu sehen, das Simeon in einem hohen Alter mit dem Jesuskind zeigt.

Im Inneren der Kirche ist der Altar sehenswert, bei dem die Himmelfahrt der Heiligen Walburga gezeigt wird. Von einem Altarbau wird im Jahr 1505 berichtet, ebenso von einem weiteren Altarbau im Jahr 1755. Die Kanzel im Barockstil stammt aus dem Jahr 1795.

Wie die Heilige Walburga zur Äbtissin von Heidenheim am Hahnenkamm gesalbt wurde und wie sie an die Arme Brote verteilt, wird auf den Fresken im Kircheninneren gezeigt. Die Fresken stammen von Peter Fellin aus Meran, die dieser 1947 gemalt hatte.

Zoggler Stausee

Oberhalb von St. Walburg befindet sich der Zoggler Stausee – auf Italienisch: Lago di Zoccolo – der von der Falschauer und vom Ablaufwasser des Kraftwerks St. Walburg (dieses befindet sich oberhalb des Zoggler Stausees) gespeist wird. Beim Zoggler Stausee handelt es sich um den größten Stausee des Ultentals, der einerseits für die Gewinnung von Elektroenergie, aber auch zum Schutz von Hochwasser angelegt wurde.

Der (begehbare) Staudamm mit einer Länge von mehr als 500 Metern wurde bereits ab dem Jahr 1955 erbaut; dieser befindet sich etwa 1,5 Kilometer vom Ortszentrum von St. Walburg entfernt. Der Zoggler Stausee hat eine Länge von zirka drei Kilometer und reicht bis zur Fraktion Kuppelwies. Der Bau des Dammes erforderte eine Bauzeit von neun Jahren. Mehr als zwei Dutzend Bauernhöfe und andere Anwesen mussten dem Stausee weichen.

Erwähnenswert ist ein historischer Gasthof am Ende des Zoggler Stausees. In diesem kehrten schon Pilger ein, die auf der Reise vom Vinschgau nach Rom vorbeigekommen sind.

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