St. Nikolaus, eine Fraktion der Gemeinde Ulten

St. Nikolaus ist eine Fraktion der Gemeinde Ulten im gleichnamigen Südtiroler Ultental. Zusammen mit den Fraktionen St. Gertraud, St. Walburg und Kuppelwies bildet St. Nikolaus – auf Italienisch: San Nicolò – die Gemeinde Ulten mit insgesamt knapp 3.000 Einwohnern. Hiervon wohnen etwa 300 Einwohner in St. Nikolaus.

Das Ultental erstreckt sich südwestlich der Kurstadt Meran und der Gemeinde Lana. St. Nikolaus ist der vorletzte Ort des Ultentals. Danach folgt nur noch die Fraktion St. Gertraud; anschließend beginnt direkt der Naturpark Stilfser Joch.

St. Nikolaus liegt im Ultental auf einer Höhe von 1.256 Metern über dem Meeresspiegel, wobei das Dorfbild von den umgebenden Bergen des Ultentals und von grünen Wiesen und Wälder geprägt ist. Die für das Ultental typischen Bergbauernhöfe sind auch in St. Nikolaus vorhanden.

Eine besondere Bedeutung hat für St. Nikolaus der Wald und das Holz. Für die hier ansässigen Bauernhöfe hatte der Wald lange Zeit eine eiserne Reserve bedeutet. Damit konnten sich die Einwohner selbst versorgen und auch nahezu alles selbst aus Holz herstellen. Daher waren hier viele kleine Sägewerke vorhanden, mit denen das Holz geschnitten wurde. Die Schmiedhofer Säge war damals – heute gibt es die Säge nicht mehr - die führende und bedeutendste Säge des Ortes. Aber nicht nur für den Eigenbedarf wurde das Holz des Waldes gebraucht. Man verkaufte dieses auch als Brennholz und später als Rohstoff für die Pappenfabrik. Da es damals die Talstraße nach St. Nikolaus noch nicht gab (erst im Jahr 1949 wurde die Straße nach St. Gertraud gebaut) nutzte man die Falschauer, um das Holz nach Lana zu triften.

Sehenswertes in St. Nikolaus

Auch wenn es sich bei St. Nikolaus um einen relativ kleinen Ort handelt, hat dieser doch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, die man bei einem Aufenthalt im Ultental einmal ansehen sollte.

Kirche zum Heiligen Nikolaus

Die Kirche des Ortes wurde dem Heiligen Niklaus geweiht und ist damit auch die Namensgeberin der Ultner Fraktion. Erwähnt wurde das Gotteshaus erstmals im Jahr 1338. In der Kirche befindet sich ein neugotischer Flügelaltar.

Thurnerhof

Oberhalb der Kirche St. Nikolaus befindet sich der Thrunerhof, der schon 1423 vorhanden war und als „Hof an der Ecken zum Turen“ bezeichnet wurde. Hier befinden sich geheimnisvolle Steinfiguren, von denen niemand weiß, woher diese überhaupt kommen und wann bzw. wer diese gefertigt hat.

Ultner Talmuseum

Wer einmal in die Vergangenheit eintauchen möchte, wie die Einwohner damals im Ultental gelebt haben, dem wird ein Besuch des Talmuseums empfohlen. Dieses wurde im ehemaligen Schulhaus errichtet und zeigt in sieben Räumen wie sich die bäuerliche Kultur und die Volkskunst im Ultental entwickelt haben. Darüber hinaus werden bäuerliche Geräte, die unterschiedlichsten Handwerksgegenstände und auch andere Ausstellungsstücke in dem Museum zur Schau gestellt. Auch präparierte Tiere aus der Region, wie z. B. Auerhahn, Steinadler und Bären, sind hier zu sehen.

Vor allem in der Bauernstube mit einer Räucherküche kann man sich ein Bild machen, wie das Leben der Einwohner einst einmal in diesem Gebiet aussah.

Hinweis zu dem Schulgebäude: Das Talmuseum ist in der damaligen Volksschule von St. Nikolaus eingerichtet, deren Gebäude schon im Jahr 1827 gebaut wurde und auch eine Lehrerwohnung enthalten hat. Ein neues Schulgebäude – eine Volksschule – wurde im Jahr 2000 in St. Nikolaus gebaut.

Villa Hartungshausen

In St. Nikolaus wurde in den Jahren 1904 bis 1906 die Villa Hartungshausen gebaut. Diese Villa diente der Familie des Arztes Dr. Christoph Hartung von Hartungen als Sommersitz und wurde als Sanatorium erbaut. Der damals bekannte und angesehene Arzt hatte vor allem Prominente behandelt. Daher lockte das Ultental auch Anfang des 20. Jahrhunderts prominente Urlaubsgäste an, zu denen unter Thomas Mann, Heinrich Mann, Siegmund Freud, Franz Kafka und Franz Defregger gehörten.

Ulten als Urlaubsgebiet und Wanderungen von St. Nikolaus

Das Ultental hat den Vorteil, dass man inmitten der alpinen Umgebung seinen Urlaub genießen kann, der fernab jeglichen Alltagsstresses und Verkehrslärmes ist. Trotz dieser Vorzüge muss man allerdings auch nicht darauf verzichten, in einen größeren Ort bzw. in eine Stadt zu kommen. Die Gemeinde Lana ist nur 27 Kilometer und die Kurstadt Meran nur etwa 37 Kilometer von Ulten entfernt und damit mit dem Auto – aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln – relativ schnell erreichbar.

Die Gemeinde Ulten und damit auch St. Nikolaus gehören zur Ferienregion Meraner Land. Besucher steht daher hier ein Urlaubsangebot zur Verfügung, mit dem der Urlaub erholsam und nachhaltig gestaltet werden kann.

Vor allem Wanderer und Bergsteiger kommen in St. Nikolaus voll auf ihre Kosten. Von hier beginnen zahlreiche Wege, von denen man zu Spaziergängen und Hochtouren aufbrechen kann. Besonders erwähnenswert ist der Ultner Höfeweg, der in Kuppelwies beginnt und über St. Nikolaus bis nach St. Gertrud führt.

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